Schäden und Reparaturen auf dem Turnhallenboden

Es gibt unzählige Ursachen von Schäden und entsprechend auch unzählige Reparaturmöglichkeiten, die bei den verschiedenen Turnhallenboden-Systemen zur Anwendung kommen. Oberflächliche Schäden sind oft harmlos, tiefer reichende sind gefährlicher. Welche Bedeutung haben Schäden und wie saniert man sie?

Als oberflächliche und entsprechend harmlose Schäden können die vielen Arten von Kratzern und Dellen bezeichnet werden. Sie ritzen in der Regel lediglich die transparente oder eingefärbte Deckversiegelung des Gesamtsystems. Meistens entstehen sie durch Steinchen, die sich in den Sohlen der Turnenden verklemmt haben (keine Hallenschuhe!), durch das Schleifen von Turngeräten über den Boden (Unihockey- oder Handballtore), durch beschädigte Unihockeyschläger, nicht selten auch durch mutwilliges oder unüberlegtes mechanisches Zerstören der Bodenoberfläche mit harten und scharfen Gegenständen. Auch Bequemlichkeit kann Mitursache sein. Anstatt dass zwei Personen ein Gerät transportieren, wird es von nur einer Person über den Boden geschleift. Bekannterweise sind die verantwortlichen Lehrer und Trainer nicht immer rechtzeitig vor Ort und nicht immer genug verantwortungsbewusst.

Viele solcher oberflächlichen Schäden liegen im Bereiche der Geräteraumtore, der Hülsen für die Torpfosten, im Eingangsbereich und bei den Anspielpunkten der diversen Sportarten. Man erkennt diese oberflächlichen Schäden als eher kleine Kratzer und Löcher, die sich farblich abheben vom Untergrund. Durch das mechanische Wegkratzen oder Wegschleifen der oberflächlichen Versiegelung dringt in diesen Bereichen der dunklere oder hellere Farbton des Untergrundes durch. Es sieht nicht schön aus, aber es kann kein Wasser eindringen und somit können kaum weitere, tiefere und teurere Schäden entstehen. Bei dieser Art von Schäden ist die Stopp- und Gleitfähigkeit des Bodens nicht beeinträchtigt. Die Sehnen und Muskeln der Turnenden werden keinesfalls zusätzlich belastet.

Natürlich entstehen auch Schäden der höheren Kategorie. Es sind Schäden, die nicht nur die oberflächliche Versiegelung tangieren, sondern die die Oberfläche durchstossen. Sie sind gefährlicher! Sie durchdringen den PVC-, den Linol- oder Korklinolbelag, oder sogar den widerstandsfähigen Polyurethanbelag, und sind als Loch oder als tiefe Schramme gut erkennbar. Oftmals sind es nicht bloss einfache Löcher, sondern es wölben sich gleichzeitig die Seitenränder auf. Oder der Belag verliert örtlich die Haftung mit dem Untergrund und löst sich partiell vom Untergrund ab.

Diese Art von Schäden entsteht durch grobe mechanische Einwirkung, durch Schläge auf den Boden mit Metallteilen oder durch fallen gelassene schwere Geräte und Gegenstände. Vor dem Geräteraum sind regelmässig auch mittel- und grossflächige Ablösungen von Turnhallenbodenbelägen zu erkennen. Meistens bedingt durch das jahrelange Transportieren und Rollen von Geräten über diesen Bereich.

Bei dieser Schaden-Kategorie sind 3 Auswirkungen zu berücksichtigen:

  • Unfallgefahr
  • Gefahr des Wassereindringens
  • Gefahr der Ausweitung des Schadenbereiches

Unfallgefahr

Wenn Löcher und Vertiefungen allzu tief oder grossflächig sind, oder wenn Abbruchkanten und Ränder über das Bodenniveau hinausragen, besteht für die Turnenden die Gefahr des Stolperns oder des Abknicken des Fusses. In beiden Fällen können dumme Fuss- und andere Körperverletzungen, sekundär auch Kopfverletzungen, resultieren.

Gefahr des Wassereindringens

Fast alle Turn- und Sporthallenböden werden wöchentlich mehrmals mit der Scheuer-Saugmaschine gereinigt. Dabei wird Reinigungswasser auf den Boden gesprüht, gleichzeitig wird mit einem rotierenden Pad der Boden gescheuert. Das Schmutzwasser wird vom hinteren Teil der Maschine gleich wieder aufgesaugt. Gängige Praxis ist es, Teile des Turnhallenbodens mit der Reinigungsflüssigkeit einzulegen. Diese Flüssigkeit lässt man einige Minuten einwirken, bevor sie aufgesogen wird.

Es liegt auf der Hand, dass diese übliche Arbeitsweise Reinigungswasser durch die Schadstellen in den Untergrund eindringen lässt. Man stelle sich vor, wie viel eingesickertes Wasser pro Woche, Monat und Jahr wirken kann, – auch bei höchster Vorsicht, – jahrelang!

Gefahr der Ausweitung des Schadensbereiches

Das Reinigungswasser wirkt im Untergrund. Je nach Belag modert es lange Zeit in den unteren Schichten. Die Beläge können sich auf- und ablösen. Der Schaden wird immer grösser.
Ein einmal gesichtetes Loch übt auf turnende Kinder eine magische Wirkung aus. Sie kratzen mit ihren Fingernägeln am Loch herum und vergrössern es. Das tönt lustig, ist es aber nicht! Denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine kleine Beschädigung zur echten Unfallgefahr wird.

Es lohnt sich längerfristig, dem im Gebäudeunterhalt altbekannten Grundsatz Beachtung zu schenken, kleine Reparaturarbeiten regelmässig einzuplanen. Die Schadengrösse und der Reparaturaufwand lassen sich durchaus minimieren.

Die eingangs erwähnten kleinen und oberflächlichen Kratzer kann man in der Regel durch das leichte Ausspachteln und das Überstreichen mit der Originalversiegelung beheben.

Bei grösseren Schäden, Löchern, Ablösungen usw. muss der Belag örtlich ersetzt werden. Der defekte alte Belag wird ausgeschnitten und ein neuer Belagsteil wird passgenau eingefügt. Weit öfter, bei Linol-, Korklinol- und Polyurethanbelägen, müssen die Schadstellen ausgespachtelt und/oder ausgegossen werden.

Defekte, nicht oder schlecht haftende Bodenbelagsteile werden entfernt. Nach der seriösen Säuberung und Grundierung des Untergrundes wird die Schadstelle mehrfach ausgespachtelt und/oder ausgegossen mit PUR-Sporthallenbodengussmasse. Entscheidend ist das zwingende Ausnivellieren auf das genaue Niveau des Bodens. Ebenso wichtig ist das Verwenden von dauerelastischen flexiblen 2-Komponenten-Spachtelmaterialien. Bei zu harten Systemen besteht die Gefahr der späteren Rissbildung an den neuralgischen Orten. Zu guter Letzt werden die Reparaturstellen mit einer möglichst perfekt nachgemischten oder originalen PUR-Oberflächenversiegelung quadratisch oder rechteckig (Abgrenzung mit Klebband) 2x überstrichen.

Wichtig ist, dass in der Regel 3-6 einzelne Arbeitsgänge erforderlich sind, und dass die Spachtel- und Gussmaterialien entsprechend 1-3 mal über Nacht austrocknen müssen. Es ist aus diesen Gründen absolut unmöglich, solche Reparaturarbeiten an einem Tag auszuführen.

Schäden im Turnhallenboden lassen sich nicht vermeiden! Tagsüber wird auf den Turnhallenböden Schulsport betrieben. An den Abenden sind bis 22 Uhr die Sportvereine aktiv. An vielen Wochenenden finden Sportturniere statt. Die Belastungen, die auf die Turnhallenböden einwirken, sind enorm.

Es macht Sinn, auch kleine Beschädigungen im Auge zu behalten und sie, bevor es zu spät ist, einer Reparatur zuzuführen. Mittel- und langfristig schont man dadurch die Nerven aller Nutzer und das Budget der Gemeinde.

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