Sanierung Turnhallenboden, – warum, wann und wie

Kleine Faustregel-Übersicht aus der praktischen Perspektive. In der Schweiz existieren lediglich 4-5 Grundtypen von Sporthallenbodenbelägen. Polyurethan-, Holz-, Korklinol- und Linol- sowie PVC-Beläge. Die Möglichkeiten, sie zu sanieren, unterscheiden sich stark.

Grundsätzliche Gedanken

Es geht bei dieser Auflistung nicht um die Reparaturen von oberflächlichen Schäden, die z. B. durch mechanische Einwirkung entstanden sind, und auch nicht um Schäden, die vom Untergrund herrühren, z.B. Blaternbildung durch Feuchtigkeitseintritt. Dazu lesen Sie bitte auf unserer Webseite «www.allenspach-gut.ch» entsprechende Artikel.

In dieser Gegenüberstellung geht es um die Grundsatzfrage, warum, wann und wie eine Turnhallenbodenoberfläche saniert werden soll. Viele Sportböden werden ganz einfach und natürlicherweise aufgrund ihres Alters und ihrer intensiven Nutzung renovierungsbedürftig.

Damit ist die Frage nach dem WARUM bereits angesprochen. Es ist bei jedem Turn- und Sporthallenboden eine Frage der Zeit, bis er oberflächlich nachbehandelt werden muss. Moderne Dauerversiegelungen, unabhängig ob transparent oder eingefärbt, sind werkseitig so eingestellt, dass sie Normen entsprechen, die ein Gelenk-, Muskel- und Sehnen-schonendes Turnen garantieren. Dass sich die Oberfläche mit den Jahren durch die Benutzung und die Reinigung abnützt, liegt auf der Hand. Entsprechend fallen die Oberflächeneigenschaften aus der erwähnten Norm. Auch oberflächliche Verschmutzungen z.B. durch Schuhsohlenstriemen, tragen ihren Teil zu einer notwenigen Neuversiegelung bei.

Allgemein kann man sagen, dass eine Versiegelung alle 8-12- Jahre erneuert werden sollte.

Holzböden

Holzböden sind ausschliesslich transparent versiegelt, sodass man die Struktur und den Charakter des Holzes sieht. Dies soll bei einer Neuversiegelung beibehalten werden. Ist die Holzoberfläche noch in einem einigermassen guten Zustand, kann die Oberfläche fein angeschliffen und gereinigt werden. Danach genügt oft die Applikation eines einmaligen transparenten Versiegelungsanstrichs. Wo nötig können allfällige Schäden an der Spielfeldmarkierung da und dort ergänzt oder nachgebessert werden.

Ist die Oberfläche angeschlagen, sind Eindrücke, tiefe Kratzer und sonstige oberflächliche Schäden vorhanden, muss die Holzoberfläche 1-3 mm tief abgeschliffen werden. Je nach Dicke der Holzschicht kann diese Prozedur im Verlaufe der Jahrzehnte mehrmals wiederholt werden. Nach den Schleifarbeiten wird in der Regel ein dreifacher transparenter Versiegelungsanstrich aufgetragen. Vor jedem Anstrich ist ein Zwischenschliff notwendig. Vor dem letzten Versiegelungsanstrich wird die komplette Spielfeldmarkierung aufgemalt. Der Versiegelungsschlussanstrich schützt somit die darunterliegende Spielfeldmarkierung.

Mindestens theoretisch ist es nach entsprechenden Vorarbeiten möglich, die Holzbodenfläche mit einer Polyurethan-Sporthallenboden-Gussmasse komplett zu überziehen. Allerdings kommt diese Sanierungsvariante sehr selten zur Ausführung, denn sie deckt die charakteristische Holzstruktur komplett ab.

Sind lose oder beschädigte Holzteile, oder übermässig grosse Fugen zwischen den Holzteilen vorhanden, müssen diese Stellen von einem Holzfachmann ersetzt oder repariert werden.

Korklinol- und Linolböden

Der Name setzt sich zusammen aus den lateinischen Begriffen «linum» Lein und «oleum» ‚Öl und verweist auf das Leinöl, das neben Korkmehl und Jutegewebe der wichtigste Grundstoff für das Linoleum ist. Korklinolböden sind gekennzeichnet durch eine unifarbige Oberfläche und enthalten mehr Korkmehlbestandteile, Linolböden können gemusterte Oberflächen aufweisen. In der Regel sind die Oberflächen mit einer transparenten Versiegelung beschichtet.

Ist die Oberfläche noch in einem einigermassen guten Zustand, kann sie fein angeschliffen und gereinigt werden. Danach genügt in der Regel die Applikation eines einmaligen transparenten Versiegelungsanstrichs. Wo nötig können allfällige Schäden an der Spielfeldmarkierung da und dort ergänzt oder nachgebessert werden.
Kleine Beschädigungen auf dem Boden können mit einer eingefärbten und dauerelastischen 2-Komp.-Spachtelmasse vorsichtig geflickt werden.

Ist die Oberfläche nur wenig angeschlagen, sind keine allzu tiefen Eindrücke, Kratzer und sonstige oberflächliche Schäden vorhanden, und ist nur die direkte Oberfläche unschön, z.B. fleckig, macht es keinen Sinn, eine transparente Versiegelung einzusetzen, weil damit Unregelmässigkeiten an der Oberfläche sichtbar bleiben. Für diesen Fall stehen folgende Sanierungsmöglichkeit zur Verfügung:

Applikation einer eingefärbten Versiegelung, – 2-fach aufgetragen, die alle Unregel-mässigkeiten zudeckt. Vorgängig ist die Oberfläche anzuschleifen und zu reinigen. Unebenheiten werden ausgespachtelt. Ganz zum Schluss wird die gesamte Spielfeldmarkierung eingezeichnet.

Ist die Oberfläche stärker angeschlagen, sind Eindrücke, tiefe Kratzer und sonstige oberflächliche Schäden und Unregelmässigkeiten (z.B. Flecken) vorhanden, bleibt nach 20 und mehr Jahren der Nutzung oft nur noch eine einzige Möglichkeit: Zusätzlich zur vorherigen Sanierungsvariante wird eine Sporthallenbodengussmasse (Polyurethan) in der Stärke von 2-3 mm eingegossen. Diese nivelliert sich selber aus und überdeckt alle Unebenheiten. Die neue Oberfläche präsentiert sich bezüglich Optik und Bespielbarkeit analog einem neuen Polyurethanbelag. Wichtig zu wissen ist, dass nach dieser Sanierung die Oberfläche auf ein etwa 3mm höheres Niveau zu stehen kommt.

Voraussetzungen bei den letzten beiden Sanierungsvarianten: Eine gute Substanz des Belages und eine gute Haftung auf dem Untergrund.

Unterschreitet die Oberflächenfestigkeit ein gewisses Niveau, sollte vor dem Eingiessen der Gussmasse die Oberfläche mit einem Armierungsgewebe (Druckverteilgewebe) vollflächig überspannt werden.

Polyurethanbeläge

Die erste Generation des bisher modernsten Typs von Sporthallenbodenbelägen kommt langsam in die Jahre und muss saniert werden. Diese Beläge wurden fugenlos eingegossen.

Ist die Oberfläche nur wenig angeschlagen, sind keine allzu tiefen Eindrücke, Kratzer und sonstige oberflächliche Schäden vorhanden, und ist nur die direkte Oberfläche unschön, z.B. fleckig, gibt es folgende Möglichkeit:
Applikation einer eingefärbten Versiegelung, – 2-fach aufgetragen, die alle kleinen Unregel-mässigkeiten zudeckt. Vorgängig ist die Oberfläche anzuschleifen und zu reinigen. Unebenheiten können ausgespachtelt werden. Ganz zum Schluss wird die gesamte Spielfeldmarkierung eingezeichnet.

Oftmals sind in Polyurethanbelägen Rissbildungen in der Form von vielen kleinen und nur wenige Zentimeter langen feinen Rissen feststellbar, die oftmals von Jahr zu Jahr zunehmen. Es kann auch sein, dass vom Unterbau her Wölbungen, Dällen, offene Fugen usw. zutage treten, meist verursacht durch Bewegungen der Dämmmatten, die unter der bestehenden Polyurethangussmasse liegen.

Ist allerdings die Oberfläche angeschlagen, sind Eindrücke, tiefe Kratzer und sonstige oberflächliche Schäden und Unregelmässigkeiten (z.B. Flecken) vorhanden, macht nach 20 und mehr Jahren der Nutzung oft nur noch eine einzige Möglichkeit Sinn: Zusätzlich zur vorherigen Sanierungsvariante wird eine Sporthallenbodengussmasse (Polyurethan) in der Stärke von 2-3 mm eingegossen. Diese nivelliert sich selber aus und überdeckt alle Unebenheiten. Die neue Oberfläche präsentiert sich bezüglich Optik und Bespielbarkeit praktisch wie ein neuer Polyurethanbelag. Wichtig zu berücksichtigen ist, dass nach dieser Sanierung die Oberfläche auf einem etwa 3mm höheren Niveau zu stehen kommt.

Voraussetzungen bei den letzten beiden Sanierungsvarianten von Polyurethanböden: Eine gute Substanz des Belages und eine gute Haftung auf dem Untergrund.

PVC-Beläge (in der Schweiz oft Taraflexbeläge)

Bei Taraflex-Belägen sind die Bahnen zusammengeschweisst. Der ganze Belag (Weich-PVC) ist nicht aufgeklebt, sondern lose mit Agraffen an die seitlichen Turnhallenwände gespannt. Der Unterbau besteht aus einer Korkschicht, darüber ist die ca. 1mm starke PVC-Folie gespannt. Taraflexbeläge sind praktisch immer mit einer transparenten Versiegelung ausgestattet, welche die DIN- Normen bezüglich dem Gleitverhalten garantieren.

Diese PVC-Böden neigen mit den Jahren zum Verspröden. Dabei spielt die Einwirkung der Sonne (Temperaturwechsel, UV-Strahlen) und die Art und Weise der Pflege (Chemikalien) eine Rolle. Die Oberfläche kann sich verfärben, manchmal von Bahn zu Bahn. Oft kann man beobachten, dass die Hallenhälfte, die von den Sonnenstrahlen erreicht wird, mit wesentlich mehr Rissen übersäht ist.

Wird die Oberfläche des Bodens im Verlauf der Jahre unschön, kann man den Taraflexbelag mit einer wiederum transparenten Versiegelung versiegeln. Vorgängig wird die Bodenoberfläche, die bestehende Versiegelung, seriös angeschliffen und gereinigt.

Diese Art der transparenten Nachversiegelung kann man erfahrungsgemäss 2-4 Mal wiederholen. Bis dahin dürfte der Boden bereits auf eine Lebensdauer von gut und gerne 20-30 Jahren gekommen sein. Danach empfiehlt es sich, vor einer neuerlichen Versiegelung zuerst alle alten Schichten zu entfernen. Oder es wird gleich ein neuer Taraflex- oder anderer Belag eingebaut.

Im Gegensatz zu allen anderen oben erwähnten Bodentypen können Taraflexbeläge nicht mit einer Gussschicht übergossen werden.

Schlussbetrachtung

Es liegt auf der Hand, dass einer geglückten Sporthallenbodensanierung zwingend eine seriöse und fachmännische Objektbeurteilung vorausgehen muss.

Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die Möglichkeiten eines Retopings (Aufbau auf der bestehenden Substanz) von den Gemeinden, Bauherrschaften und Hauswarten heute viel stärker in Betracht gezogen werden als früher. Das hat selbstverständlich mit den deutlich tiefer anfallenden Kosten zu tun. Das komplette Entfernen eines bestehenden Bodenbelages und der komplette Einbau eines neuen Turnhallenbodens sind wesentlich teurer.

Wünschen Sie weitergehende Informationen oder eine konkrete Beurteilung Ihres Turnhallenbodens vor Ort, rufen Sie uns an. Wir unterbreiten Ihnen eine unverbindliche Kostenzusammenstellung.

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